Die häufigste Frage vor einem Shooting — und die einfachste zu beantworten. Es geht nicht darum, besonders auszusehen. Es geht darum, dass nichts von deinem Gesicht ablenkt.
Die drei Grundregeln
Einfarbig schlägt gemustert. Karos, feine Streifen und kleinteilige Muster flimmern auf dem Bild und ziehen den Blick weg. Ruhige Flächen lassen dein Gesicht wirken.
Gut sitzend schlägt neu. Ein Kleidungsstück, das du kennst und in dem du dich sicher bewegst, sieht auf dem Bild besser aus als etwas, das du zum ersten Mal trägst. Kaufe nichts extra fürs Shooting.
Weniger schlägt mehr. Grosse Logos, auffälliger Schmuck, Statement-Ohrringe — alles, was man zuerst sieht, konkurriert mit deinem Gesicht.
Farben
Gedeckte, mittlere bis dunkle Töne funktionieren fast immer: Marine, Grau, Anthrazit, Waldgrün, Bordeaux, Camel. Sie geben dem Gesicht Kontrast, ohne selbst aufzufallen.
Vorsicht bei Weiss und sehr hellen Tönen — sie ziehen Licht an und lassen das Gesicht schnell dunkler wirken. Ein weisses Hemd unter einem Sakko ist dagegen unproblematisch.
Neon und stark gesättigte Farben spiegeln sich in der Haut und geben ihr einen Farbstich. Das lässt sich nachbearbeiten, aber nie ganz sauber.
Ein persönlicher Farbtupfer ist willkommen — eine Bluse in deiner Lieblingsfarbe, ein farbiger Pullover. Es geht nicht um Uniformität, sondern darum, dass die Farbe zu dir passt und nicht schreit.
Nach Shooting-Art
Bewerbungsfoto
Orientiere dich an der Branche, in der du dich bewirbst — eine Stufe formeller als der Alltag dort. Bank und Beratung: Hemd oder Bluse, gerne mit Sakko. Handwerk, Pflege, Technik: sauberes, schlichtes Oberteil reicht völlig. Kreativbereich: mehr Spielraum, aber trotzdem ruhig im Muster.
Business Portrait
Das, was du auch bei einem wichtigen Termin tragen würdest. Sakko oder Blazer geben Struktur und Schultern — auch dann, wenn du sie sonst selten trägst. Bei zwei Outfits lohnt sich der Kontrast: einmal formell, einmal offener, etwa ohne Sakko oder mit Strickpullover.
Das Profilbild ist rund und klein. Was zählt, ist der Bereich zwischen Schultern und Haaransatz. Ein klarer Ausschnitt am Hals wirkt besser als ein hochgeschlossener Kragen — er öffnet das Bild. Farbe darf hier ruhig etwas kräftiger sein, damit du in einer Liste von Profilbildern auffällst.
Portrait
Hier gibt es keine Regeln ausser einer: Bring mit, worin du dich wie du selbst fühlst. Wenn du unsicher bist, nimm zwei oder drei Varianten mit, wir entscheiden gemeinsam vor Ort.
Details, die auf dem Bild auffallen
Bügeln. Falten sieht man auf einem hochauflösenden Bild deutlich stärker als im Spiegel. Wenn du mit dem Auto kommst: Sakko hängend transportieren, nicht auf dem Rücksitz liegend.
Fusseln und Tierhaare. Dunkle Stoffe zeigen alles. Eine Fusselrolle liegt bei uns im Studio bereit.
Kragen und Ausschnitt. Weiche, unstrukturierte Kragen knicken auf dem Bild ein. Ein Hemd mit etwas festerem Kragen hält die Form.
Unterhemd. Bei hellen Hemden zeichnet sich ein dunkles Unterhemd durch. Hautfarben ist unsichtbarer als weiss.
Brille
Kein Problem — aber sag uns vorher Bescheid, dann richten wir das Licht darauf aus. Wenn du entspiegelte Gläser hast, umso besser.
Wer die Wahl hat: Bring die Brille mit und wir machen Bilder mit und ohne. Selbsttönende Gläser sind die einzige echte Schwierigkeit, weil sie im Studiolicht nachdunkeln.
Haare und Bart
So, wie du normalerweise aussiehst — nur mit etwas mehr Sorgfalt. Ein Haarschnitt sollte mindestens ein paar Tage zurückliegen, damit er nicht zu frisch wirkt.
Bring mit, was du brauchst, um dich vor Ort nochmal zu richten: Kamm, Haarspray, Haargummi. Bei uns gibt es einen Spiegel.
Bei Bart gilt dieselbe Regel wie sonst: sauber begrenzt, so wie du ihn trägst.
Make-up
Etwas mehr als im Alltag, weil Studiolicht Farbe schluckt. Wichtiger als alles andere: mattierendes Puder. Die Stirn ist der Bereich, der auf Portraits am schnellsten glänzt.
Auf stark glitzernde oder schimmernde Produkte würden wir verzichten — sie reflektieren punktuell und lassen sich schwer entfernen.
Wenn du normalerweise kein Make-up trägst, brauchst du auch keins. Wir retuschieren ohnehin.
Am Tag selbst
Trink genug Wasser, das sieht man der Haut an. Schlaf ist der beste Vorbereiter, den es gibt.
Komm ein paar Minuten früher, dann kannst du in Ruhe ankommen. Wasser, Kaffee oder Tee stehen bereit.
Und falls du dir unsicher bist: bring mehr mit, als du brauchst. Zwei, drei Oberteile im Rucksack kosten nichts, und wir entscheiden gemeinsam, was vor der Kamera am besten funktioniert.
Was du nicht brauchst
Neue Kleidung. Eine professionelle Visagistin. Perfekte Haut. Erfahrung vor der Kamera.
Die meisten Menschen, die zu uns kommen, sagen, dass sie sich nicht gerne fotografieren lassen. Das ist der Normalfall, nicht die Ausnahme.
Noch Fragen? Schreib uns an E-Mail">E-Mail — oder buch direkt einen Termin.